Es ist wirklich erschreckend, wenn dir plötzlich der Kaffee aus dem Mundwinkel rinnt und du dein Auge nicht mehr schließen kannst. Diagnose: Fazialis Parese. 2011 war ein anstrengendes Jahr, in dem ich eine Runde zu viel in meinem Hamsterrad gelaufen bin. Nach einem Geschäftsreisen-Marathon, der nach Hongkong in Kopenhagen endete, merkte ich nach einigen Tagen, dass irgendwas nicht stimmte. Meine linke Gesichtshälfte war gelähmt. Im Krankenhaus konnte man mir nicht viel sagen, bis auf: Absolute Ruhe! Und so ging ich mit einem Pflaster auf dem Auge und einem Ausdruck für Gesichtsübungen wieder nach Hause.

All meine Termine, die für die nächsten Wochen geplant waren, sagte ich ab. Und das waren nicht wenige. Doch diese Zwangspause war wohl das Beste, was mir passieren konnte. Schon länger habe ich gemerkt, dass dieser Job nicht der richtige für mich ist. Ich habe mir aber die die Zeit genommen, länger darüber nachzudenken. Nun war der Moment gekommen, mich mit meiner eigentlichen Leidenschaft – dem Videocontent – zu beschäftigen. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass ich aus genau dieser Zeit so viel Filmmaterial habe und euch zeigen kann, wie sich die Gesichtslähmung entwickelt hat.

Mein Motto „Alles ist gut, so wie es ist“ griff auch hier. Die Fazialisparese war ein Warnschuss – ein klares Zeichen meines Körpers, dass es so nicht weiter gehen kann. Wenn du also gerade in derselben Lage steckst, habe ich drei wichtige Tipps: Gönn dir Ruhe, google nicht und nutze die Zwangspause dafür, dein Leben zu überdenken.